Dorfgemeinschaft Bruderholz

Blog und Archiv

Konzertsaison in Bruderholz

Der Pehl von Bruderholz

(von Heinz Schon)
Auch in diesem Frühjahr startet sie wieder: die Bruderholzer Freiluftkonzertsaison mit zahlreichen Gesangsvorträgen aus Gebüschen, Wäldern und freiem Himmel.
Die Tonkulisse wird aber nicht allein von den Vögeln geprägt - dank unseres Dorfteiches, dem "Pehl" sind auch Kröten und Frösche wesentlich beteiligt.
Deren erste Veranstaltung findet meist Mitte bis Ende März statt. In feuchten und nicht zu kalten Nächten wandern dann die Lurche aus ihren Winterquartieren zum Paaren und Laichen in den Teich.

Grasfrösche

Der Grasfrosch ist einer unserer häufigsten Lurche

(Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Wer dann abends dort vorbei kommt, kann vor allem ein beständiges dumpfes Knurren oder Brummen vernehmen.
Was man da hört, sind die Paarungsrufe der Grasfrösche. Sie kommen von den Männchen, die am Ufer und im Flachwasser auf die später eintreffenden Weibchen warten.

Viele Erdkröten wandern schon gepaart zum Teich

(Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Zur gleichen Zeit - und in deutlich größerer Zahl - treffen auch die Erdkröten am Teich ein. Deren Männchen geben gelegentlich einen leisen, langsamen Paarungsruf von sich, der in etwa wie "öök ... öök ...öök" klingt. Daneben gibt es auch rasche, kurze "Ük-Ük"-Rufe, mit denen die Männchen sich gegenseitig auf Distanz halten.

Grasfrösche und Erdkröten sind etwa gleich groß (ca. 10 bis 12 cm).

(Frösche und Kröten allgemein kann man vor allem daran unterscheiden, daß nur die Kröten Warzen auf der Haut, und nur die Frösche hinten kräftige Sprungbeine haben.)

Dieses Konzert dauert ein paar Nächte, dann haben die Veranstalter ihre Paarungsgeschäfte beendet und wandern wieder zurück in die umgebende Landschaft. Zurück lassen sie aber große Mengen an Laich.

Grasfrösche im Laich

(Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Ihre Eier geben die Erdkröten aneinandergereiht in bis zu vier Meter langen Schnüren ab, die sie dann um Äste oder Wasserpflanzen wickeln. Der Laich der Grasfrösche wird hingegen in Form von großen Ballen abgelegt.

Bei warmem Wetter schlüpfen die Kaulquappen schon nach einigen Tagen; bei Kälte kann es aber bis zu einem Monat dauern.

Das nächste Konzert beginnt etwas später, meist im April, und wird einige Monate lang fast jeden Abend beginnend in der Dämmerung bis in die Nacht aufgeführt - sofern das Wetter nicht zu schlecht ist. Es findet auch nicht im Wasser, sondern an Land statt.

Geburtshelferkröte: Laich tragendes Männchen

(Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Nicht weit vom Weiher entfernt, meist in der Nähe des Hauses Diekmann, hört man dann sehr helle, flötenreine Töne, die wie "Üh ... üh ... üh" klingen. Sie erinnern an Funksignale, oder auch an den Klang von Glöckchen, weswegen den Rufern auch schon der Name "Glockenfrösche" verliehen wurde.

Die offizielle Bezeichnung ist aber "Geburtshelferkröte". Auch bei ihnen rufen die Männchen, um die Weibchen anzulocken. Das Weibchen antwortet auf dieselbe Weise, und so tönen sie vor der Paarung oft im Duett. Diese Kröten begatten sich dann aber nicht im Wasser, sondern an Land.

Nach der Paarung geschieht etwas besonderes, was in der Natur sonst nur sehr selten vorkommt: Das Männchen kümmert sich ganz allein um den Nachwuchs. Es nimmt die Schnüre mit den befruchteten Eiern auf und wickelt sie sich um die Hinterbeine. Dann sucht es ein gutes Versteck auf und trägt die Eier die nächsten drei bis sieben Wochen mit sich herum. Erst kurz vor dem Schlüpfen des Nachwuchses wandert es zum Gewässer.

Quakender Teichfrosch

Nach dem Freisetzen der Kaulquappen beginnt das Männchen dann wieder zu rufen. Im Laufe des Sommers kann es sich bis zu drei Mal paaren und Eier "austragen".
Aus diesem Grund sind die Rufe der Geburtshelferkröten allabendlich über Monate hinweg zu hören, und sie verstummen erst, wenn sich gegen Ende August der Herbst mit fallenden Temperaturen ankündigt.

Diese Kröten kann man also oft hören, aber nur mit viel Glück und Geduld auch einmal sehen:
Sie sind vergleichsweise klein (nur 4 bis 5 cm). Tagsüber ziehen sie sich in Erdverstecke zurück, und die nächtlichen Rufer verstummen schnell, sobald man sich ihnen nähert.

Leider ist die Geburtshelferkröte eine gefährdete Art. Seit den 80er Jahren ging der Bestand in unserer Region drastisch zurück. Auch hier in Bruderholz war letztes Jahr über längere Zeit nur noch ein einziger Rufer zu vernehmen, und in diesem Jahr war bisher noch keiner zu hören. Leider müssen wir davon ausgehen, daß jetzt keine Glockenfrösche mehr hier leben.

Als Letzte beginnen Ende Mai bis Mitte Juni die Teichfrösche (auch "Wasserfrösche" genannt) mit ihrem Brutgeschäft. Deren Männchen machen sich dann durch ein deutliches, langgezogenes Quaken bemerkbar. Wie der Name schon andeutet, halten sich diese Frösche vornehmlich im Wasser auf, und sie sind in vielen stehenden Gewässern zu finden. Nur zum Überwintern suchen sie für längere Zeit Erdverstecke auf.

Mit dem Sommer kehrt Ruhe ein im Teich - jedenfalls was die Amphibien betrifft. Die meisten erwachsenen Tiere haben sich wieder ins Umland verteilt. Die Kaulquappen wachsen jetzt in aller Stille zu neuen Fröschen und Kröten heran und werden sich - wenn sie bis dahin überleben - im folgenden Jahr am nächsten Konzert beteiligen.


Wer sich die Rufe genannten Arten im Web anhören möchte, dem empfehle ich die folgende Seite: http://web.ard.de/galerie/content/nothumbs/default/954/html/1265_8882.html (und folgende).
Quellenangabe:
Die Bilder des Grasfrosches an Land, der Erdkröten und des Teichfrosches sind entnommen aus Wikimedia Commons (s. einschlägige Wikipedia-Artikel); die übrigen stammen vom Autor.

Blühende Orchideen bei Bruderholz

(von Heinz Schon)
Unter den Blütenpflanzen gehören die Orchideen zu den schönsten Arten.
Auch in und bei Bruderholz sind welche zu finden. An einer Stelle am Waldrand südöstlich des Ortes wächst seit Jahren an einer Wegböschung ein kleiner Bestand von etwa 30 Pflanzen des Männlichen Knabenkrautes (Orchis mascula).

Dieser hat sich in den letzten beiden Jahren besonders gut entwickelt.
Zur Zeit sind dort mehr als ein Dutzend Blütenstände zu finden.

Zum Bild: Eine kleine Orchideengesellschaft blüht zwischen Baumstümpfen und Zweigen am Wegesrand.

Orchideen wachsen meist nur unter ganz speziellen Bedingungen. So benötigen sie unter anderem zum Gedeihen der Mithilfe ganz spezieller Pilze im Boden.

Für das Männliche Knabenkraut gilt dies im Prinzip auch. Es kann aber einige verschiedene Lebensräume besiedeln und ist darum nicht ganz so selten wie viele andere Orchideenarten.

Zum Bild: Das Knabenkraut hat typische Orchideenblüten.

O.m. - Ganze Pflanze m. Blattfl.

(Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Am Ende des Frühlings werden die Pflanzen wieder verdorren.
Speicherknollen verbleiben in der Erde, die dann im nächsten Frühjahr wieder austreiben werden.

Zum Bild: Die Blätter haben bei einem Teil der Pflanzen dunkle Flecken.

Breitbl. Stendelwurz

(Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Auch innerhalb von Bruderholz kann man auf Orchideen treffen. In einem Garten wurde vor einigen Jahren die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) entdeckt.
Sie kann von 20 cm bis zu einem Meter hoch werden; ihre Blüten sind allerdings eher unauffällig. Sie treibt im Mai aus und blüht ab Mitte bis Ende Juli.

Es lohnt sich also, auch im eigenen Umfeld bei manch einem unbekannten Kraut mal genauer hinzuschauen - wer weiß, was da noch wachsen könnte ...

Zum Bild: Kann recht groß werden: Breitblättrige Stendelwurz
(Bild aus Wikipedia, von BerndH; die anderen Bilder vom Autor)

Kurzchronik der letzten Wochen

16.9.2009

Vor rund 3 Monaten

wurde durch die Initiative von Thomas Knubertz und Walter Korzilius ein Zusammentreffen der Dorfgemeinschaft einberufen.
Bei dem Treffen waren 16 Anwohner zusammen gekommen.
In einer vereinfachten Form der Konzeptentwicklung mit dem Thema
„Was passiert in Bruderholz“ wurden Themengebiete erarbeitet, die durch Abstimmung unterschiedlich hoch in der Prioritätenliste gewertet wurden.

Thema 1 Kapelle: Verschönerung, Renovierung, Reparaturen
Thema 2 Feste, Pavillonbau, Fetenkalender
Thema 3 Damit man uns findet: Straßennamen, Hausnummervergabe
Thema 4 Sauberkeit
Thema 5 Der Weiher

Zum Thema 1 sind bereits tatkräftige Erfolge zu verbuchen. Die Kapelle wurde innen wie außen gereinigt, Blumenschmuck läßt die Kapelle freundlicher wirken und für die Neugestaltung des Eingangsbereichs liegen Kostenvoranschläge vor, die noch im Kapellenbauverein abgesegnet werden und dann nach Möglichkeit mit viel (Wo)manpower der Bruderholzer(innen) noch dieses Jahr in die Tat umgesetzt werden.

Thema 2: Planerisch etwas aufwendiger kristallisierte sich heraus, dass es schön sei einen frei zugänglichen Veranstaltungsort für Bruderholzer zu haben.
Die Idee auf dem Gelände am Weiher einen Pavillon aus Holz zu errichten, mit einer funktionierenden kleinen Küche und behindertengerechten Sanitäranlagen, mit den erforderlichen Anschlüssen usw.
Erste große Kalkulation zeigte, dass die Kosten für ein solchen Projekt mit 6.500,-- € kaum durch die Bürger zu stemmen sind. Eine wage Andeutung durch den Bürgermeister Bernd Heinicke läßt Hoffnung zu, dass sich die Gemeinde St. Thomas beteiligen könnte. Hierzu müssen jedoch dem Gemeinderat Zeichnungen und Pläne vorgelegt werden. In den kommenden Tagen wird sich eine gesonderte Kleingruppe mit der Möglichkeit der Sponsorenaquise befassen.
Da wir „noch“ kein Verein sind und das auch nicht anstreben, besteht keine Möglichkeit eine Spendenquittung zu erstellen. Wir werden aber alle die es wünschen auf www.Bruderholz.de (in 3 Wochen ca. 1.500 Klicks) lobend erwähnen und auch bis zum Abschluß des Projektes für diese Sponsoren eine Werbung ihres Unternehmen schalten.

Thema 3: Damit man uns findet; in einer kontroversen Diskussion beim letzten Treffen am 23.08.09 wurde herausgearbeitet, dass der Name Bruderholz nicht durch Straßenbezeichnungen ersetzt werden soll. Dennoch besteht Handlungsbedarf der Gestalt, dass die Hausnummern neu vergeben werden sollen, da es Doppelbelegungen gibt.
Die neue Nummerierung wird in der Kapelle auf einem großen Ortsplan angezeigt und steht bis zum nächsten Treffen am 04.10.2009 zur Einsicht offen.

Thema 4: Sauberkeit wurde sehr emotionsbeladen im ersten Treffen diskutiert. Viele der Anwesenden verschafften sich Luft über die Sauberkeit der Straßen und der Zustand der Wege in und um Bruderholz.
Glücklicherweise wird nichts so heiß gegessen wir gekocht und im 2ten Treffen wurde eingeräumt, dass die Sauberkeit z.Z. ein erfreulich gutes Bild abgibt.
Lediglich der Zustand vom Straßenweg, der zur Siedlung führt sei in einem bedenklichen Zustand. Hier besteht Handlungsbedarf seitens der Gemeinde.
In den vergangenen 4 Jahren ist der Weg 2x mit den Mitteln der Jagdgenossenschaft
mit der privaten Initiative der Anwohner verbessert worden.
Holzlaster, Ackerschlepper die Holz abtransportieren, wie auch die Müllwagen überfordern die Wege erheblich. In der Diskussion kam man zu dem Ergebnis, dass das Forstamt, wo ein Teil der Verursachung durch die Holztransporte zu finden ist auch in die Verantwortung gezogen werden soll.
Die Gemeinde wird hier bestrebt sein, auf Anregung der Anwohner die Erfordernisse einzuleiten.

Noch in diesem Jahr soll die Zufahrtsstraße von St. Thomas nach Bruderholz eine komplett neue 8 cm. dicke Tragschicht bekommen. In der Zeit ist mit erheblichen Behinderungen zu rechnen.
Sowie der Zeitpunkt für die Maßnahme bekannt wird, werden entsprechende Informationen im Mitteilungsblatt zu lesen sein bzw. im Schaukasten aushängen.

Thema 5: Der Weiher (still und starr ruht der See) in der Prioritätenliste weit unten. Aus Ermangelung an Zeit und Ermangelung an Geld für die Anschaffung eines Unterwasser-Mähgerätes ist die Weiherpflege vorerst zurück gestellt.

Autor: Peter Schon